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Entwicklung der Energiepreise 2021/2022

Die Energiepreise steigen seit Anfang des Jahres 2021 stetig und haben mittlerweile ein Rekordhoch erreicht. Das betrifft nicht nur Kraftstoffe wie Diesel und Benzin sondern auch Strom, Heizöl und Erdgas. Leider haben die Preissteigerungen auch Auswirkungen auf die Gastarife für das Jahr 2022.

In dieser Kundeninformation haben wir die wichtigsten Hintergrundinformationen zur aktuellen Energiepreisentwicklung für Sie zusammengestellt.

Entwicklung der Energiepreise

  • Das Jahr 2020 stand unter dem Zeichen der Corona-Pandemie. Die zeitweisen Lockdowns und die damit verbundene Einstellung oder Reduzierung von Produktionen haben weltweit zu einer geringeren Nachfrage nach Rohstoffen und Energie geführt. Die Handelspreise dafür waren entsprechend niedrig.
  • Mit der Erholung der Konjunktur Anfang des Jahres 2021 stieg die Nachfrage wieder und damit auch die Preise.
  • Betroffen von den Preissteigerungen sind vor allem die „fossilen“ Energieträger Erdöl und Erdgas sowie die daraus erzeugten Produkte und Energien wie Kraftstoffe, Heizöl, Strom und Wärme.
  • Das Maß der Preissteigerungen hat viele überrascht. Es gibt zahlreiche Erklärungsversuche. Teilweise wird von künstlicher Verknappung oder Spekulationen an den Energiebörsen gesprochen. Letztlich lässt es sich aber auf ein Prinzip der freien Marktwirtschaft reduzieren: Angebot und Nachfrage regeln den Preis!
  • Vergleicht man die Preise für Heizöl und Erdgas der Jahre 2020 und 2021 lässt sich folgendes feststellen:

Heizöl:

Der Endkundenpreis für Heizöl ist von Oktober 2020 bis Oktober 2021 von rd. 40 ct/Liter auf rd. 90 ct/Liter gestiegen. Das entspricht einer prozentualen Erhöhung von +125%.

Erdgas:

Der Beschaffungspreis für Erdgas an den Großhandelsplätzen (wo sich Gasversorsungsunternehmen und Gashändler eindecken) ist im gleichen Zeitraum von unter 20 € pro Megawattsunde [MWh] auf zeitweise über 80 € gestiegen. Dies entspricht Erhöhungen von über 200% bis 300%.

Kraftstoffe (Benzin und Diesel):

Die Preisentwicklung bei Kraftstoffen fällt etwas geringer aus. Verbraucher zahlen heute im Vergleich zum Oktober letzten Jahres für Diesel und Benzin rund 50 bis 60 ct je Liter mehr, was einer Preisseigerung von etwa 50% entspricht

Kostenkomponenten von Erdgas

  • Der Verbraucherpreis für Erdgas setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Neben den Beschaffungskosten beinhaltet der Gaspreis staatliche und gesetzliche Abgaben (Mehrwertsteuer, Energiesteuer, CO2-Bepreisung, Konzessionsabgabe), Netzentgelte und Vertriebskosten.
  • Der Gaspreis für eine Kilowattstunde [kWh] beinhaltet im Jahr 2022 in etwa:
Diagram Erdgaspreis

Kostenbestandteil: CO2-Preis

  • Mit dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHV) wurde zum 01.01.2021 eine Abgabe für CO2-Emissionen eingeführt, die Aufgrund der Verwendung fossiler Energieträger entstehen. Neben Kohle und Öl ist davon auch Erdgas betroffen.
  • Der „CO2-Preis“ ist im Gesetz festgelegt und soll innerhalb von 5 Jahren stufenweise von 25 € auf 55 € je Tonne emittiertem CO2 steigen.
  • Umgerechnet auf Erdgas ergibt sich für das Jahr 2021 ein „CO2-Preis“ von 0,44 ct/kWh, der im Jahr 2022 auf 0,55 ct/kWh steigen wird.
  • Bezogen auf einen fiktiven Gaspreis von 10 ct/kWh beträgt der prozentuale Anteil der CO2-Abgabe damit aktuell rund 5%.
  • Der CO2-Preis hat somit aufgrund der aktuellen Entwicklungen am Gasmarkt nur einen untergeordneten Effekt auf die Gastarife.

Aktuelle Entwicklungen

  • Aus den vorgenannten Gründen steigen aktuell bundesweit die Preise für Erdgas.
  • Einzelne Erdgaslieferanten haben ihre Tätigkeit eingestellt, andere kündigen die Lieferverträge mit ihren Kunden. Viele Händler bieten zurzeit aufgrund der großen Unsicherheiten keine Verträge mehr für Neukunden an.
  • Die Suche nach günstigen Erdgastarifen auf den einschlägigen Vergleichsportalen ergibt, zumindest momentan, keine wirtschaftlichen Ergebnisse. Die über die Portale abschließbaren Angebote liegen durchweg bei mehr als 100% über den Tarifen der örtlichen Grundversorger (Stand 28.10.2021).

Erdgastarife der Stadtwerke Büdingen

  • Auch die Stadtwerke Büdingen müssen ihre Erdgastarife aufgrund der Entwicklungen zum 01.01.2022 anpassen.
  • Die Tarife werden zurzeit kalkuliert, beschlossen und Mitte November veröffentlicht.
  • Alle Bestandskunden der Stadtwerke Büdingen werden schriftlich über die Tarifänderungen informiert.
    Aufgrund des Sonderkündigungsrechts besteht danach ausreichend Möglichkeit, den Tarif oder den Lieferanten zu wechseln.