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Entwicklung der Energiepreise 2022 / 2023

Seit Anfang des Jahres 2021 steigen die Beschaffungskosten für Energie stetig und haben im August 2022 nie zuvor gekannte Höhen erreicht. In besonderem Maße ist der Energieträger Erdgas von dieser Entwicklung betroffen.
In dieser Kundeninformation haben wir die wichtigsten Hintergrundinformationen zur aktuellen Energiepreisentwicklung für Sie zusammengestellt.

Entwicklung der Energiepreise

  • Das Jahr 2020 stand unter dem Zeichen der Corona-Pandemie. Die zeitweisen Lockdowns und die damit verbundene Einstellung oder Reduzierung von Produktionen haben weltweit zu einer geringeren Nachfrage nach Rohstoffen und Energie geführt. Die Handelspreise dafür waren entsprechend niedrig.
  • Mit der Erholung der Konjunktur Anfang des Jahres 2021 stieg die Nachfrage wieder und damit auch die Preise. Betroffen von den Preissteigerungen waren vor allem die „fossilen“ Energieträger Erdöl und Erdgas sowie die daraus erzeugten Produkte und Energien wie Kraftstoffe, Heizöl, Strom und Wärme.
  • Der Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 führte zu weiteren großen Unsicherheiten auf den Rohstoffmärkten. Die von Russland stark gekürzten Gaslieferungen nach Europa verknappen das Gasangebot, was die Preisentwicklung für Erdgas zusätzlich verstärkt. So haben sich die Großhandelspreise für Erdgas im Zeitraum von Anfang 2021 bis August 2022 zeitweise verzehnfacht.
  • Dieser Preissteigerung müssen die Gaslieferanten und Stadtwerke Rechnung tragen und gestiegene Beschaffungskosten sowie weitere Preisbestandteile an ihre Kunden weitergeben.

Kostenkomponenten von Erdgas

  • Der Verbraucherpreis für Erdgas setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen:
    Neben den Beschaffungs- und Vertriebs­kosten beinhaltet der Gaspreis weitere Preisbestandteile. Hierzu gehören Mehr­wertsteuer, Energiesteuer, CO2-Abgabe, Konzessionsabgabe und Netzentgelte so­wie ab dem 01.10.2022 Umlagen wie Gasbeschaffungs-, Gasspeicher- und Bi­lanzierungsumlage.
  • Durch staatliche / gesetzliche Abgaben und Umlagen ist jede Kilowattstunde Erdgas mit rund 4,2 ct/kWh belastet. Hinzu kommen die Netzentgelte für das Gasnetz. Diese betragen für Büdingen im Durchschnitt rund 1,4 Ct/kWh (2022). Darüber hinaus wird der Erdgaspreis mit der gesetzlichen Mehrwertsteuer in Höhe von aktuell 19% beaufschlagt.

Gasumlagen zum 1. Oktober 2022

  • Zur Stützung des Gasmarktes und zur Sicherstellung der Erdgasversorgung werden ab 01.10.2022 zwei neue Umlagen je Kilowattstunde eingeführt.
  • Die Umlagen dienen ausschließlich der Deckung von "vorgelagerter Kosten". Sie decken nicht die erhöhten Beschaffungskosten von Stadtwerken und anderen Gaslieferanten an den Großhandelsmärkten!

Gasbeschaffungsumlage

  • Ziel der Gasbeschaffungsumlage ist die finanzielle Stützung der gasimportierenden Unternehmen. Aufgrund der drastischen Reduzierung der Erdgaslieferungen aus Russland sind diese gezwungen, zur Erfüllung ihrer Liefer­verpflichtungen Ersatzbeschaffungen zu wesentlich höheren Preisen vorzunehmen.
  • Die Umlage wird erstmalig zum 01.10.2022 erhoben und soll Verluste aus der Ersatzbeschaffung ab diesem Zeitpunkt teilweise decken. Ab dem 01.10.2022 beträgt sie 2,419 ct/kWh. Sie ist befristet bis zum 01.04.2024 und kann alle drei Monate angepasst werden.

Gaspeicherumlage

  • Zur Sicherung der Erdgasversorgung im Winter wurden im Energiewirtschaftsgesetz Füllstandsvorgaben für die deutschen Gasspeicher definiert. Die den verantwortlichen Unternehmen für die Umsetzung und Erreichung der Ziele entstehenden Mehrkosten werden als Gas­speicherumlage ebenfalls auf alle Verbrau­cher umgelegt.
  • Die Umlage wird erstmalig zum 01.10.2022 erhoben und wurde auf 0,059 ct/kWh festgesetzt. Sie ist befristet bis zum 01.04.2025 und kann alle sechs Monate angepasst werden.

Bilanzierungsumlage

  • Mit der Bilanzierungsumlage werden Fehlbeträge aus dem Einsatz von Ausgleichs- und Regelenergie im Gasnetz gedeckt. Diese sind erforderlich, um Differenzen zwischen physischer Einspeisung und Ausspeisung auszugleichen.
  • Die Umlage gibt es zwar schon länger, jedoch betrug sie in den letzten Jahren 0 ct/kWh. Ab Oktober 2022 wird sie auf 0,57 ct/kWh festgesetzt. Eine jährliche Anpassung ist möglich.

Auswirkungen auf die Erdgastarife der Stadtwerke Büdingen

  • Die Preisentwicklungen und die Einführung der Umlagen haben erhebliche Auswir­kung­en auf die Erdgastarife der Stadtwerke Büdingen.
  • Auf die staatlichen und gesetzlichen Ab­gaben einschließlich der o.g. Umlagen ha­ben die Stadtwerke keinen Einfluss und müssen diese vollständig abführen.
  • Aufgrund der massiv gestiegen Handels­preise haben sich die Beschaffungskosten für Erdgas um ein vielfaches gegenüber den Vorjahren erhöht.
  • Beides führt dazu, dass die Stadtwerke Büdingen ihre Erdgastarife anpassen müssen. Geplant sind Preiserhöhungen  zum 01.10.2022 (Umlagen) und zum 01.01.2023 (Beschaffungskosten).
  • Die bevorstehenden Preisanpassungen be­treffen sowohl die Tarife der Grund- und Ersatzversorgung wie auch die Tarife für Sondervertragskunden.
  • Die erforderliche Höhe der Anpassung zum 01.01.2023 steht zum heutigen Zeitpunkt noch nicht fest.
  • Alle Kunden der Stadtwerke Bü­dingen wer­den schriftlich über die Tarif­änderungen informiert. Anschließend steht den Kunden ein Sonderkündigungsrecht zu