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Datum: 07.04.2021

»Gas marsch!« für Diebach am Haag

Am 07.04.2021 war es endlich soweit: Gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Eigenbetriebskommission der Stadtwerke, Herrn Bürgermeister Erich Spamer, dem Diebacher Ortsvorsteher Waldemar Steinbring und anderen am Bau Beteiligten nahmen die Stadtwerke Büdingen die Gasversorgung für den Büdinger Stadtteil offiziell in Betrieb.


Dass es so weit kam, ist vor allem der Eigenbetriebskommission der Stadtwerke zu verdanken. Diese fasste im November 2019 den Beschluss, die Stadtteile Diebach und Vonhausen an das Gasversorgungsnetz der Stadtwerke Büdingen anzuschließen. Die Entscheidung kam schnell und für viele unerwartet. Doch eine Sanierung der Straße und Erneuerung der Wasserleitung in der Ortsdurchfahrt Diebach gab Gelegenheit, kostengünstig vorsorglich eine Gasleitung und Hausanschlüsse in der Altwiedermuser und Herrnhaager Straße zu verlegen und damit dem Wunsch vieler Anlieger nach einem Erdgas-Anschluss nachzukommen.


Bevor jedoch tatsächlich Erdgas durch die Leitung strömen konnte, war zunächst ein Anschluss an das Büdinger Netz erforderlich. Rund 3,7 km Hochdruckleitung mussten von der Übernahmestation „Lipperts“ nördlich von Lorbach bis nach Vonhausen und dann weiter bis nach Diebach geführt werden. Ein Bachlauf mussten gekreuzt werden. Ein nicht alltäglicher Leitungsbau, den die Stadtwerke mit ihren eigenen Mitarbeitern bewerkstelligten. Unterstützt wurden sie dabei durch die Büdinger Firma Leinberger, die die Tiefbauarbeiten übernahm. Teils in offener Bauweise, teils im Spülbohrverfahren wurde die Kunststoffleitung in rund vier Monaten verlegt.


„Wir freuen uns immer wieder, wenn wir unser fachliches Know-How in einer großen Baumaßnahme unter Beweis stellen können“, berichten Fredi Köhler und Jörg Hinterseher übereinstimmend. Gemeinsam hatten der Netzmeister der Stadtwerke und sein Nachfolger in spe die Rohrbaumaßnahmen geleitet. „Mit großer Motivation wurden über 100 Rohrstücke verlegt und genauso viele Schweißungen durchgeführt“, loben beide ihre Kollegen.


Dass die Maßnahme gut gelaufen ist, weiß auch Wolfgang Strecker zu berichten, der für die Stadtwerke den Tiefbau koordiniert hat. „Mit der Firma Leinberger hatten wir einen verlässlichen und kompetenten Partner, der nicht nur über die geeigneten Baumaschinen und qualifizierten Mitarbeiter verfügt, sondern viel Erfahrung mit solchen Bauprojekten hat“, bewertet er die Zusammenarbeit mit dem Dienstleister. Auch mit den Landwirten, deren Grundstücke teilweise durch die Baumaßnahme beeinträchtigt waren, konnte man sich einigen.


Nach Abschluss des Leitungsbaus wurden Anfang Februar die beiden Ortsregelanlagen in Diebach und Vonhausen gestellt. Am 4. März erfolge die Dichtheitsprüfung der Hochdruckleitung und anschließende Abnahme durch einen TÜV-Sachverständigen. Mit dem Ergebnis: alles dicht! Nach der Füllung der Leitungen mit Erdgas und der Entlüftung der bisher angeschlossenen Hausanschlüsse können nun 45 Kunden ihre alten, überwiegend mit Heizöl betrieben Heizungen auf Erdgas umstellen. So auch der Ortsvorsteher Waldemar Steinbring, der sich als einer der ersten für einen Gasanschluss entschieden hat.


In den nächsten Wochen erfolgt nun die weitere innerörtliche Erschließung des Stadtteils. Pünktlich zu Beginn der nächsten Heizsaison sollte damit in ganz Diebach das Heizen mit Gas möglich sein. Anschließend wird die Baustelle nach Vonhausen „umsetzen“. Für die dortige Maßnahme kalkulieren die Stadtwerke etwa 3 ½ Jahre in drei Bauabschnitten.
„Schade, dass wir aufgrund der aktuellen Situation die Inbetriebnahme nicht wie sonst üblich im Rahmen eines „Gas marsch!“-Festes mit den Diebachern feiern können.“, bedauert Bürgermeister Erich Spamer. „Der Anschluss eines ganzen Stadtteils ist auch für die Stadtwerke Büdingen nichts Alltägliches.“ Besonders hebt Spamer noch einmal den Mut des Entscheidungsgremiums der Stadtwerke hervor, dessen Beschluss den Anschluss von rund 600 Haushalten in den beiden Stadtteilen ermöglicht.


Jochen Heyermann, Betriebsleiter für die Gas- und Wasserversorgung bei den Stadtwerken Büdingen, kann dies bestätigen. „Die Nachfrage nach Erdgas in den Stadtteilen ist nach wie vor groß. Zwar wird in Neubaugebieten aufgrund des niedrigeren Energiebedarfs moderner Häuser zunehmend auf Wärmepumpen gesetzt. Doch vor allem in den Ortslagen mit oftmals großen und teilweise historischen Gebäuden ist Gas sehr beliebt. Dies gilt umso mehr, seit für neue Ölheizungen ab 2026 Schluss sein soll.“, ergänzt der Betriebsleiter.


Und die Zahlen bekräftigen dies. Im Stadtteil Eckartshausen, den die Stadtwerke in den vergangen drei Jahren mit Gas erschlossen haben, wurde etwa jedes zweite Haus angeschlossen. Eine ähnliche Resonanz wird auch für Diebach und Vonhausen erwartet. Vor allem in die Jahre gekommene Ölheizungen oder Öltanks sollen ersetzt werden. Aber auch der Umstieg von Flüssiggas zu Erdgas ist vielen Eigentümern ein Anliegen.